Wissenswertes rund um die “Wunderwaffe”

Manchmal sprechen wir von einer Wunderwaffe, die langsam “stumpf” wird. Und das nur, weil häufig Antibiotika auch ohne Not geschluckt werden. Doch zunächst einmal gehörte die Entdeckung und systematische Anwendung dieser Medikamentengruppe im Kampf gegen bakterielle Infektionen zu den Meilensteinen der Medizingeschichte und ist untrennbar mit Namen wie Alexander Fleming und Begriffen wie Penicillin (einem der ältesten Antibiotika) verwoben. Doch wie oft werden diese Medikamente nun wirklich verordnet?
“Jeder vierte gesetzlich Versicherte bekommt mindestens einmal pro Jahr ein systemisch wirkendes Antibiotikum verordnet”, erklärt dazu die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und beruft sich auf das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut, das das Jahr 2009 anhand von Rezeptdaten der Gesetzlichen Krankenversicherung auswertete. Demnach bekamen mehr als 18 Millionen Bundesbürger ein Antibiotikum. Dunkelziffer weitgehend ausgeschlossen. Denn alle systemisch wirkenden Antibiotika sind in Deutschland rezeptpflichtig!
Dennoch werden diese Mittel oftmals falsch eingenommen: “Wer Antibiotika verordnet bekommt, sollte diese unbedingt so lange einnehmen, wie vorgesehen”, mahnt Prof. Dr. Martin Schulz. Ein
Therapieabbruch könne nämlich dazu führen, dass längerfristig die Wirkung eines Antibiotikums durch die Ausbildung einer Resistenz abnimmt. Leider jedoch geschieht gerade das häufig, weil Patienten sich besser fühlen, das Mittel dann eigenmächtig absetzen und es später, bei einem vermuteten Bedarf, ebenso “selbstständig” weiter nehmen und/oder an Angehörige weiter reichen – eine Unsitte, die nicht ungefährlich ist.
Doch zurück zu den Daten der Studie: Im Durchschnitt wurden jedem mit Antibiotika behandeltem Patienten im Verlauf des Jahres 2009 rund 2,5 Packungen verordnet. Damit kam eine Summe von 45 Millionen Packungen zustande. Zuzüglich Privatrezepte, die nicht erfasst wurden …
Interessant erscheinen lokale wie auch Unterschiede bei den einzelnen Kassenarten. So erhielten Versicherte der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und der Betriebskrankenkassen (BKK) überdurchschnittlich viele Antibiotika-Packungen. Die Gründe hierfür wurden allerdings nicht untersucht!

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