Die Sache mit den Nebenwirkungen

Kaum ein Medikament ohne Nebenwirkungen. Das wissen wir alle. Dennoch sollte uns der Beipackzettel, so jedenfalls argumentieren die Schulmediziner, nicht abschrecken. Zumindest dann nicht, wenn uns der Arzt das Mittel, nach sorgfältiger Abwägung, verordnet hat. Denn dann dürfte der Nutzen etwaige Nebenwirkungen überwiegen …
Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir meine Ärztin mein erstes blutdrucksenkendes Mittel in die Hand gedrückt hat und als Rat mit auf den Weg gab, erst gar nicht den Beipackzettel zu lesen. Wohl aus der Sorge heraus, dass viele Patienten dann Betablocker & Co. gar nicht mehr einnehmen (wollen). Und in der Tat geht die überwältigende Mehrheit aller Experten heute davon aus, dass, im Falle einer Hypertonie, eine konsequente Therapie angezeigt ist und der Nutzen der verordneten Medikamente die Risiken und Nebenwirkungen bei weitem übersteigt.
Ziel der Bluthochdrucktherapie sei es, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und/oder Schlaganfällen zu senken, erklärt Net Doktor: „Das bedeutet, dass nicht nur der Bluthochdruck, sondern auch alle anderen Risikofaktoren wie zu hohe Blutfettwerte oder Diabetes behandelt werden müssen!“ Just davor, vor einigen gängigen Mitteln gegen hohe Cholesterinwerte, warnt nun jedoch das Portal „Kopp Online“, wo  man sich nach eigenen Aussagen „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“ verschrieben hat.
Hier titelt Ethan A. Huff mit „Sechs gefährliche Medikamente, deren Einnahme Sie sich zweimal überlegen sollten“ und meint, durchaus selbstbewusst und wissenschaftskritisch: „Dass Ihr Arzt es Ihnen verschrieben hat, heißt noch lange nicht, dass Sie das Medikament auch gefahrlos einnehmen können!“ Im Focus der Kopp Online-Kritik stehen dabei zum Beispiel Antibiotika, „die Hauptursache für das Entstehen antibiotikaresistenter „Super-Erreger“, aber auch Opiat-Schmerzmittel, die Huff als führende Todesursache im heutigen Amerika sieht.
Skeptisch zeigt sich der Autor, wie gesagt, zudem in Sachen Statine. Diese seit Jahren meistverkauften Medikamente würden vom Medizinsystem zwar als eine Art Wundermittel gegen hohe Cholesterinwerte und Herzerkrankungen gepriesen: „Aber beliebte Statine wie Atorvastatin und Rosuvastatin können das Risiko von Diabetes, Lebererkrankungen, einer Schädigung des Gehirns, Muskelatrophie und sogar frühzeitigem Tod erhöhen“, argwöhnt Huff.
Was bleibt, ist, einmal mehr, die Erkenntnis, dass ein Arzt, dem wir vertrauen wollen/können, das A und O ist. Wobei kritisches Nachfragen natürlich erlaubt sein muss. Das tat ich auch, um nochmal zum Beginn zurückzukehren, in Sachen Betablocker, wobei mich meine Ärztin jedoch überzeugt hat!

Kommentieren